Fragen zur Weiterbildung


1. Was zeichnet die ISBUS-Weiterbildungen aus?

Unter den besonderen Kennzeichen dieser Weiterbildung seien hier drei Punkte genannt: 


Verknüpfung innovativer Vorgehensweisen systemischer Beratung mit biblischen Bezügen 

In Beratung, Seelsorge, Coaching und Therapie hat in den letzten Jahren der systemische Ansatz sehr an Bedeutung gewonnen. Vielen haben unterschiedlichste Varianten systemischer Arbeit wesentliche Erleichterung im Beziehungsalltag gebracht. Folgende Einsichten liegen dieser Herangehensweise u.a. zugrunde: 

Viele Probleme lassen sich nur lösen, wenn wir die Dynamik unserer Beziehungen besser verstehen. 

Spüren wir die Ressourcen unserer Verbundenheit auf, können neue, heilsame Schritte ausprobiert werden.

Allerdings wäre all dies noch viel wirksamer, wenn wir auf unsere brennenden Fragen die biblischen Antworten einbeziehen, z.B. im Hinblick auf die Quelle aller Liebe, die Vergebung, unsere Identität und den Ursprung all unserer Beziehungen.

Aus der Verknüpfung bewährter Instrumente systemischer Beratung mit den Möglichkeiten, die uns durch die Verbindung zu Gott anvertraut sind, gründet sich diese Weiterbildung. 


Intensität und leichter Transfer in die Praxis 

Die wertvolle Seminarzeit ist von praktischen Übungen bestimmt, die sich leicht in den Beziehungsalltag und die Praxis von Beratung und Seelsorge umsetzen lassen. Dadurch wird es möglich, in vergleichsweise kurzer Zeit viel Handlungskompetenz zu erwerben. 


Ganzheitlich
 

In den einzelnen Prozessen wird immer wieder nach einer Ausgewogenheit zwischen Denken, Fühlen und Handeln gesucht. So werden die verschiedenen Seiten und Potentiale unserer Persönlichkeit genutzt. 


2. An wen richtet sich die ISBUS-Weiterbildung?

Die Kurse richten sich an alle, die...

... mehr über sich selbst erfahren wollen

... ein tieferes Verständnis von Versöhnt sein mit Gott, dem Nächsten und sich selbst gewinnen möchten

... mit manchen Schattenseiten der eigenen Persönlichkeit unverkrampfter (genauer: spielerischer) umgehen wollen, um sie besser zu bewältigen.

... anderen Menschen helfen, mit ihrem Leben besser zurecht zu kommen –insbesondere in ihren Beziehungen

... Methoden der systemischen Arbeit in die Einzelberatung und Seelsorge integrieren möchten 

... die vielfältigen Varianten und Möglichkeiten der Systemaufstellungen intensiv kennen lernen möchten 

 

Die Erkenntnisse und Erfahrungen der Weiterbildung können in folgenden Bereichen genutzt werden: 

  • Für mehr Geborgenheit in privaten Beziehungen
  • Für ehrenamtliche oder hauptamtliche Beratung und Seelsorge
  • Für die Bewältigung des Berufsalltags – insbesondere in helfenden Berufen
  • Für mehr Sicherheit in der Begegnung mit Gott und in der persönlichen Selbstwahrnehmung 

Beachten Sie auch die Ausrichtung der Systemischen Beratung und Seelsorge: Der Schwerpunkt liegt darauf, sich in privaten oder beruflichen Beziehungen sicherer und aufgehobener zu fühlen. Im Gegensatz zur Psychotherapie ist der vorrangige Auftrag der hier vorgestellten systemischen Beratung und Seelsorge nicht die Heilbehandlung psychischer Erkrankungen –auch wenn der Beratungs- und Seelsorgeprozess in vielen Fällen eine positive Auswirkung auf Krankheitsverläufe haben kann. 

Außerdem richtet sich die Weiterbildung an TeilnehmerInnen, die in einer Beziehung zu Gott leben bzw. sie anstreben. 

Diese Weiterbildung richtet sich in dem Einführungs- und Grundkursen NICHT ausschließlich an Fachleute, sondern an alle, die sich für Beziehungsfragen interessieren.

Die Teilnehmenden sollten offen sein, mehr über sich selbst zu erfahren. Die Texte, die jede/r TeilnehmerIn mitbekommt, haben Abschnitte, die jede/r lesen sollte und andere, die Grundkenntnisse vermittelt. Wer sich demnach noch nicht mit Seelsorge und Beratung im allgemeinen und die systemische Arbeit im Besonderen beschäftigt hat, sollte entsprechend mehr Zeit zum Lesen der Texte einplanen. 

 

Diese Weiterbildung beinhaltet methodische Schritte, die für manche ungewohnt sind, beispielsweise:

  • dem eigenen Körper nachspüren
  • über solche Körperwahrnehmungen Zugang zu intensiven Gefühlen bekommen 
  • sich mit inneren Prozessen und Persönlichkeitsanteilen auseinandersetzen und damit auch ein wenig spielerisch umgehen. 

Ungewohnt ist vor allem die Arbeit mit Systemaufstellungen. In diesen Kursen wird zwar eine äußerst behutsame Variante eingesetzt, die von biblischen Bezügen geprägt ist. Außerdem werden die TeilnehmerInnen schrittweise an diese Vorgehensweise herangeführt. Niemand muss einem Gruppendruck folgen und etwas mitmachen, wenn man es gerade nicht möchte. Wer sich aber von vornherein auf nichts Herausforderndes und manchmal auch ein wenig Provozierendes einlassen will, muss sich ständig abgrenzen und sollte sich lieber für eine andere Weiterbildung entscheiden, die ausschließlich von Wissensvermittlung bestimmt ist. Wer jede Form von persönlicher Veränderung und Erneuerung grundsätzlich scheut, sollte NICHT mitmachen.


3. Welcher Weiterbildungsabschnitt ist für wen bestimmt?

Die Weiterbildung hat folgenden Aufbau: 

1. Studienjahr:

Einführungskurs

Ziel: Überblick über die gesamte Arbeit
Umfang: 18 Stunden* an zwei Tagen


Grundkurs

Ziel: Selbsterfahrung sowie Grundlagen für Systemische Beratung und Seelsorge 
Umfang: 54 Stunden an sechs Tagen in zwei oder drei Einheiten

2. Studienjahr:

Vertiefungskurs

Ziel: Handlungskompetenzen für Systemische Beratung und Seelsorge 
Umfang: 81 Stunden an neun Tagen in drei Einheiten + 54 Stunden an sechs Tagen in zwei Einheiten (Wahlkurse)

Erlangung des Zertifikats für Systemische Beratung und Coaching
(207 Stunden)

3. + 4. Studienjahr:

Aufbaukurs

Ziel: Leitung von Aufstellungsseminaren, Arbeit mit Gruppen
Umfang: 213 Stunden an 24 Tagen in sieben Einheiten

Erlangung des Zertifikats für die Leitung von Systemischen Gruppen und Systemaufstellungen 
(420 Stunden)

Die vier Phasen der Weiterbildung bauen aufeinander auf. Jede/r TeilnehmerIn entscheidet sich jeweils neu für einen kompletten Abschnitt in einer konstanten Gruppe.

Jede der vier Phasen hat für sich genommen ein konkretes Lernziel. So ist es nach den Abschnitten B und C auch dann völlig abgerundet, wenn man nicht weitermacht, weil die weiteren Lernziele nicht angestrebt werden. 

Es seien nun die Ziele der einzelnen Abschnitte kurz beschrieben. 


A. Einführungskurs 

Dieses Wochenende bietet schon für sich genommen einen wichtigen Impuls für systemisches Denkens im Alltag. Dieses Angebot richtet sich an alle Interessenten –unabhängig von den Vorkenntnissen. Es wird lediglich die Bereitschaft vorausgesetzt, sich auf einen intensiveren Prozess der Selbsterfahrung einzulassen. Dieser Kurs dient natürlich auch zur Orientierung über die Möglichkeiten systemischer Seelsorge und der Weiterbildungseinheiten. 


B. Grundkurs 

Die Grundkurse besuchen sowohl Seelsorger, Berater und in anderen helfenden Berufen Tätige als auch TeilnehmerInnen, die die vermittelten Einsichten und Erfahrungen „lediglich“ für den eigenen Beziehungsalltag nutzen wollen. Diese Mischung unter den Teilnehmern ist durchaus befruchtend. Durch die Lektüre der Texte, die jede/r TeilnehmerIn mitbekommt, werden die unterschiedlichen Voraussetzungen angeglichen, um in dem nötigen Hintergrundwissen auf einem Stand zu sein. Wer sich noch überhaupt nicht mit Seelsorge und Beratung im allgemeinen und der systemischen Arbeit im besonderen beschäftigt hat, sollte entsprechend mehr Zeit zum Lesen der Texte einplanen. 

Es wird während der Kurse mit den persönlichen Anliegen der Teilnehmer gearbeitet. 


C. Vertiefungskurs 

Während der letzten Einheit des Grundlagenkurses entscheiden sich die TeilnehmerInnen, ob sie auch die Vertiefungskurse und den Abschlusskurs belegen wollen. Mit jedem Interessenten findet ein ganz kurzes Gespräch mit dem Kursleiter statt. Außerdem wird vorausgesetzt, tatsächlich ein persönliches Thema in einem Gruppenprozess durch eine Aufstellung oder ähnliche Arbeitsweise bearbeitet zu haben.

Mit den Vertiefungskursen wird das Handwerkzeug für Seelsorge und Beratung gebündelt. Es richtet sich ausschließlich an diejenigen, die in diesem Bereich bereits tätig sind oder damit starten möchten. In den Vertiefungskursen wird vorwiegend mit den Fallbeispielen der TeilnehmerInnen gearbeitet. 


D. Aufbaukurs 

Dieser Weiterbildungsabschnitt richtet sich an seelsorgerlich-therapeutisch Vorgebildete, die es lernen wollen, Aufstellungsseminare zu leiten.


4. Inwieweit haben Systemaufstellungen einen Platz in der Weiterbildung?

Im Laufe der Einführungs- und Grundkurse hat jede/r einmal die Möglichkeit, für ein eigenes Thema durch das Potential der Gruppe und des Leiters wesentliche Erleichterung zu erfahren.

Dabei wird für alle Anwesenden erfahrbar, wie wir in Beziehungen aufeinander reagieren. Typische Reaktionen in einem System werden viel nachdrücklicher erfasst, als das durch bloßes Referieren möglich wäre. 

In der Weiterbildung wird eine spezielle Variante von Systemaufstellungen angewandt, die in ihrem geistlichen Kontext als Teil einer Suche nach den Spuren der Liebe Gottes in unseren wichtigsten Beziehungen zu verstehen ist und deshalb auch Spurensuche genannt wird. 

Folgendes spricht dafür, die Aufstellungsarbeit auf ein biblisches Fundament zu stellen:


Ressourcen, die über unsere Möglichkeiten hinausgehen

Aufstellungsarbeit ist von der Suche nach der verborgenen Liebe gekennzeichnet. Wir haben sehr genau vor Augen, wie eingeschränkt wir sind, einander bedingungslos zu lieben. Wenn wir uns nach Gott ausstrecken, der die Liebe in Person ist, können wir die Spuren dieser Liebesquelle in unserem zwischenmenschlichen Miteinander eher und deutlicher erkennen. 


Die Personifizierung der übergeordneten Macht

Wenn in einer Aufstellung Elemente wie Gefühle, Leben und Tod, Symptome, Ziele und Träume, Heimat, der Bauernhof u.v.m. eingesetzt werden, wird bald die Zuordnung zu einer bestimmten Person im System deutlich. Es wird auch klar, dass es eine höhere Macht gibt, der die Gesetzmäßigkeiten unseres Zusammenlebens und schicksalhafte Ereignisse zugrunde liegen. Auch die Aufstellungsarbeit, die Religiosität ausklammern möchte, wird die Existenz einer höheren Instanz anerkennen müssen und manchmal benennen.

Gut dran ist, wer hier eine persönliche Zuordnung vornehmen kann und für den die höhere Instanz eben kein blindes und völlig willkürlich handelndes Schicksal ist sondern ein Gott, der uns mehr als nur wohlwollend entgegentritt. 


Den Geist Gottes als weiteren Begleiter „buchen“

Die Aufstellung ist ein starker Impuls in einem Versöhnungsprozess, der sich insgesamt nur in größeren Zeiträume vollziehen kann. Gut dran ist, wer über die Aufstellung hinaus Kontakt zu einem Verbündeten aufnehmen kann – dem Heiligen Geist. Diese Unterstützungsinstanz für die nächsten Schritte zu vergegenwärtigen, wird den Ratsuchenden auf dem weiteren Weg ermutigen. 


5. In der Weiterbildung wird vermittelt, auch ohne Gruppe mit „Aufstelungselementen“ zu arbeiten. Wie ist das möglich?

Sich in der Arbeit mit Aufstellungen der repräsentativen Wahrnehmung zu bedienen, um zu neuen Einsichten und Lösungsschritte zu gelangen, ist auch ohne Gruppe möglich. 

Hier sei unter vielen Varianten lediglich eine vorgestellt, die sich durch minimalem Aufwand und eine hohe Intensität auszeichnet und in der Weiterbildung folgendermaßen eingesetzt wird: 

Es wird zunächst eines der typischen seelsorgerlichen Themen benannt. Nehmen wir ein einfaches Beispiel: Wir machen uns um irgendetwas viel mehr Sorgen als es sinnvoll wäre. Diejenigen, die dafür eine konkrete Sache bei sich anschauen möchten, suchen sich aus, mit wem sie diese Zweierübung durchführen wollen. Der Falleinbringer beschriftet ein Blatt für „Worum ich mich sorge“, ein Blatt für die eigene Person und eines für Gott. Er erzählt seinem Übungspartner aber nicht, um welche Sorge es überhaupt geht. Dann gibt er den Blättern einen Platz im Raum, so wie diese drei Personen bzw. Elemente nach seiner intuitiven Wahrnehmung in Abstand und Ausrichtung zueinander stehen. Dann spürt sein Übungspartner und er selbst den einzelnen Plätzen nach. Daraufhin tauschen sie sich über ihre Wahrnehmungen aus. Evtl. wird irgendetwas ausprobiert, z.B. die einzelnen Plätze zu verändern, um dem Unterschied nachzuspüren. Bei diesem Thema wird durch eine Verteilung von Kieselsteinen abgebildet, wo die Verantwortung für diese Sache liegt – was davon Gott übernehmen will, wofür der Falleinbringer selbst sorgen sollte und was er noch jemand anderem überlassen kann. 

Solche Übungen sind erstaunlich einfach und für jeden durchführbar, weil keine besonderen Fähigkeiten erforderlich sind. Gleichzeitig erstaunt es jeden, der es ausprobiert, dass Zusammenhänge sichtbar und spürbar werden, die durch noch so ausführliches Diskutieren der Angelegenheit nicht deutlich geworden wären. 

Die konkrete Vorgehensweise variiert – so wie es zu dem Thema passt. Es werden an jedem Kurstag zwei solcher Themen bearbeitet und so viele Aha-Erlebnisse möglich. 


6. In welcher besonderen Weise werden biblische Impulse weitergegeben?

Kennen Sie das? Wenn wir in gewohnter Weise – nämlich kopfgesteuert – die Bibel lesen, beherrscht uns schnell der Eindruck, es doch schon in- und auswendig zu kennen. Dabei wünschen wir uns neue, erfrischende Erfahrungen. Um dafür die Tür weit zu öffnen, möchten wir die Bibelworte in der Weiterbildung mal etwas anders lesen.

Die Gilde der Theologen und Prediger des Wortes – zu der ich als Leiter der Weiterbildung u.a. auch gehöre – hat die Auffassung gefördert, es ginge vor allem um das rechte Verständnis der biblischen Wahrheiten. Dabei meint das Wort „Erkennen“ eigentlich viel mehr als ein bloßes Verstehen und Einordnen-Können. Es geht um eine Beziehung, die Leib, Seele und Geist umfasst. 

Viele Christen haben den Eindruck, dass sie zwar Gottes Existenz und Liebe als richtig erachten. Aber sie wollen mehr: es auch spüren zu können. Vielleicht wurde Ihnen mal gesagt, dass unser Glaube an Gott sich ausschließlich auf unseren Verstand gründet, da wir unseren Gefühlen nicht trauen können. Doch es handelt sich hier doch nicht um die Organisation unseres religiösen Lebens sondern vielmehr um eine Liebesbeziehung. Wie sollen wir die denn leben, ohne auch etwas fühlen und spüren zu können und zu dürfen? 

Das Weiterbildungselement „Bibelesen zum Nachspüren“ will die Ansprache Gottes an uns in seinem Wort beim Lesen erlebbar machen. Dafür wollen wir uns zwei wunderbare Gaben zunutzen machen, die uns Gott mitgegeben hat:

Etwa die Hälfte der Betrachtungen bedient sich unserer Vorstellungskraft, um die sehr bildhaften Formulierungen in unserem konkreten Erleben anzudocken. Bei den anderen Wortauslegungen greifen wir das auf, was uns die Bibelverse an leibhaftigen Eindrücken anbietet, um dem Widerhall in der eigenen Leibhaftigkeit (der biblische Begriff für Körper) nachzuspüren. 

Sie sind zu einer Entdeckungsreise eingeladen, in der vertraute Worte uns so nahe gebracht werden, dass die Beziehung zu Gott an Lebendigkeit gewinnt.

Diese Einheit eines jeden Kurstages vermittelt in besonderer Weise, was es heißt, in der Ganzheit von Leib, Seele und Geist zu leben. 


7. Welche Vorgehensweise ermöglicht ein besonders effektives Lernen und Erleben?

Zunächst ist eine Gruppenatmosphäre nötig, in der sich jede/r sicher fühlt. Welche Werte das garantieren, können Sie in unsrem Profil lesen. 

Für die Konzeption dieser Weiterbildung war bestimmend, wie für Seelsorge und Beratung am effektivsten gelernt werden kann und Veränderungsprozesse am wirkungsvollsten gefördert werden. Folgende drei Punkte sind besonders wichtig:

 

Erlebnisorientiert

Die wertvolle Zeit in den Kurseinheiten ist davon bestimmt, miteinander etwas zu erfahren. Wir behalten nur 10 % von dem, was wir hören – jedoch 90 % von dem, was wir erleben.

Der erlebnisorientierte Ansatz in den Kurseinheiten sorgt für eine hohe Erfahrungsdichte. Um den Extrakt der methodischen Schritte später leicht vor Augen zu haben, bekommen die TeilnehmerInnen (zusätzlich zu den Skripten) Erinnerungskarten, auf denen die Vorgehensweise konzentriert beschrieben wird.

Der Schwerpunkt liegt also darauf, sich selbst im Beziehungsgeflecht zu erleben. Wir folgen dem Grundsatz: Niemand kann einen anderen weiterführen, als er/sie selbst gegangen ist. Deshalb besteht die Möglichkeit, in jeder Fragestellung für Ratsuchende erst mal für sich selbst mehr Klarheit zu gewinnen.

Die reine Wissensvermittlung (nötiges Hintergrundwissen um die Zusammenhänge systemischer Beratung und Seelsorge zu verstehen) ist durch die verschickten Texte zum Selbststudium gewährleistet. 


Ganzheitlich 

Diese Erfahrungen in der Weiterbildung sind besonders nachhaltig, wenn sie die Dreidimensionalität unseres Seins berücksichtigen. Wir sind vor allem aufgefordert, Gott, den Nächsten und uns selbst zu lieben. Alle Versöhnungsschritte zwischen uns Menschen werden dann wirkungsvoll, wenn sie die Beziehung zu Gott und uns selbst einbeziehen. Mit uns selbst kommen wir nur ins Reine, wenn sich gegenüber Gott und den Nächsten etwas befriedet. Und Gott werden wir auch nur von ganzen Herzen lieben können, wenn wir uns nach der Nächstenliebe und einer guten Beziehung zu uns selbst ausstrecken. 

So gehen Körpererfahrungen und andere Formen der Selbstwahrnehmung mit Beziehungsklärungen und geistlichen Impulse Hand in Hand. 


In Gruppen einer bestimmten Größe über eine gewisse Zeit 

Dass sich über Beziehungen in einer Gruppe leichter etwas lernen und erfahren lässt als alleine oder zu zweit, liegt auf der Hand. Aus gruppendynamischer Sicht ist eine überschaubare Teilnehmerzahl in den Kursen wichtig. Niemand wird übersehen, wenn persönliche Fragen aufbrechen. Durch die konstante Gruppe innerhalb eines Weiterbildungsabschnittes können die gewonnenen Erkenntnisse über die Monate hinweg vertieft werden. Es werden (je nach Bedarf) Zweierschaften gebildet. So hat jede/r –zusätzlich zu der Möglichkeit, den Kursleiter anzurufen - eine/n AnsprechpartnerIn für Verständnisfragen, seelsorgerliche Impulse und Motivation in der Auseinandersetzung mit den Lernschritten. Lern- und Veränderungsprozesse brauchen Ihre Zeit. Erst recht diejenigen, die unsere Seele betreffen. Deshalb erstrecken sich Einführungs- und Grundkurse über ein Jahr und die gesamte Weitebildung über zwei Jahre. In diesem Zeitraum werden die TeilnehmerInnen begleitet, auch mit ihren persönlichen Anliegen weiterzukommen.  


8. In welchen Sichtweisen werden die TeilnehmerInnen für Ihren Beziehungsalltag bestärkt?

In diesem Weiterbildungskonzept erfährt die systemische Arbeit eine besondere Ausprägung. Dies bringt viele herausfordernden Aussagen hervor. Hier eine kleine Auswahl: 

  • Jeder Mensch unternimmt alle Veränderungsschritte, die ihm/ihr im Moment möglich sind. 
  • Auch wenn die meisten Ratschläge absolut richtig sind, erweisen sie sich für den Betreffenden oft als völlig nutzlos. Deshalb sind sie weitgehend zu vermeiden. 
  • Die womöglich wichtigste Einsicht gegenüber einem anderen Menschen liegt darin, ihn nicht wirklich kennen zu können. 
  • Wir sind nicht in der Lage, einen anderen Menschen nach unseren Vorstellungen zu verändern. Wenn ich diese Einschränkung akzeptiere, kann ich viel eher die konkrete Absicht Gottes für diesen Menschen erkennen. 
  • Nur das, was so sein darf, wie es ist, kann sich auch verändern. 
  • In alle Eltern ist es hingelegt, ihren Kindern das Beste zu wünschen. Niemand will sich an seinen Kindern versündigen. 
  • Kein Mensch ist besser als der andere. 
  • Und wir können sie am besten erkennen, wenn wir den anderen nicht umkrempeln wollen. 
  • Ich bin gar nicht so einsam wie ich mich manchmal fühle, da die anderen mehr an mir interessiert sind als ich es spüren kann. 
  • Es reicht letztlich, was ich an Liebe empfangen habe, auch wenn es mir zu wenig erscheint. 
  • Kein Mensch kann das Versagen einer anderen Person ausgleichen. 
  • Gott redet vor allem durch sein Wort zu uns, manchmal aber auch durch intuitive Wahrnehmungen. Lernen wir die Stimme unseres Herzens und die Sprache unseres Körpers besser verstehen, verschafft uns das mehr Sicherheit.

Manche dieser Aussagen werden Ihnen fraglich erscheinen. Doch wundern Sie sich nicht, wenn durch die Erfahrungen in dieser Weiterbildung Ihnen diese Thesen wesentlich plausibler werden. Deshalb wird sich verändern, wie Sie Ihre Mitmenschen wahrnehmen. Sie werden Ihre Umwelt versöhnter betrachten. 


9. Welche (nicht überraschenden) Vereinbarungen gelten für die TeilnehmerInnen der Weiterbildung?

Es ergeben sich ein paar Punkte, denen jede/r TeilnehmerIn dieser Vereinbarung ausdrücklich zustimmen sollte, um dies zu Beginn der Weiterbildung durch eine Unterschrift bestätigen zu können: 


Copyright
 

Die verteilten und zugesandten Materialien sind für den persönlichen Gebrauch bestimmt und können in der Einzelberatung und Seelsorge eingesetzt werden. Die TeilnehmerInnen verpflichten sich, dieses Material nicht an andere weiterzugeben und es auch nicht zu verwenden, um damit eigene Kurse durchzuführen. 


Haftung
 

Die Teilnahme geschieht in eigener Verantwortung. Der Kursleiter übernimmt keine Haftung, was in der Beratungs- und Seelsorgepraxis mit den vermittelten Methoden geschieht. Ebenso ist diese Weiterbildung kein Ersatz für Psychotherapie oder erforderliche medizinische Maßnahmen. 


Geschützter Rahmen 

Die TeilnehmerInnen verpflichten sich zu genereller Verschwiegenheit ohne Ausnahme über das, was sie in den Kursen über die anderen TeilnehmerInnen erfahren haben. 


Verbindlichkeit
 

Der Gewinn der Weiterbildung liegt in der gemeinsamen Erfahrungen, die uns als geschlossene Gruppe geschenkt werden. Wer sich für einen Weiterbildungsabschnitt entscheidet, sollte nicht zulassen, dass die vereinbarten Termine durch andere Verpflichtungen torpediert werden. 


Zwischen Bereitschaft und Aufmerksamkeit für die eigenen Bedürfnisse 

Eine grundsätzliche Bereitschaft, sich für die Prozesse in der Gruppe zur Verfügung zu stellen, wird vorausgesetzt. Andererseits haben die TeilnehmerInnen selbst zu entscheiden, auf welches persönliche Thema und welche Methodik sie sich (jetzt) einlassen wollen.

Wer sich – wie es bei bestimmten Übungen passieren kann – gerade nicht von jemand anderem berühren lassen möchte, hat selbst darauf zu achten, ob es gerade angenehm ist und kann sich dem problemlos entziehen. 

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