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- Der Wertschätzung Gottes folgend
In der Bibel wird häufig darauf hingewiesen, dass Gott jeden Menschen gleichermaßen liebt und als unermesslich wertvoll erachtet. Bei ihm gibt es diese Bedeutungsunterschiede nicht, die zwischen uns Menschen oft solch eine große Rolle spielen.
Bei ISBUS wollen wir uns an diesem Vorbild orientieren und jedem Menschen mit Hochachtung begegnen. Wir sind davon überzeugt, dass das Hauptanliegen von Beratung und Seelsorge ist, den Ratsuchenden Wertschätzung für Vergangenheit und Zukunft sowie Ermutigung für die Zukunft zu geben.
- Offenheit und Verschlossenheit
Der Humanist (und von vielen als Edelmensch angesehene) Johann Wolfgang von Goethe hat gesagt, dass es kein Verbrechen gäbe, das er nicht unter bestimmten Umständen begehen würde.
Die Bibel sagt, dass wir prinzipiell eher zum Bösen neigen. Und unsere Erfahrung belehrt uns, dass es Schattenseiten in uns gibt, die nicht vorzeigbar sind, da sie nicht gerade zum hohen Kulturgut gehören.
Was machen wir mit diesem Teil von uns? Ganz klar. Wir verbergen ihn. Wir geben uns Mühe, eine gute Figur abzugeben. Wir legen uns ins Zeug, um besser dazustehen. Es ist weder möglich noch nötig, den anderen ständig völlig ungeschminkt und unbeschönigt zu begegnen.
Doch so nötig Masken sind, so grotesk und lächerlich wird es, wenn wir sie mit dem eigentlichen Gesicht verwechseln.
Wir erkennen also an, dass wir letztlich alle in einem Boot sitzen. In jedem Menschen gibt es dunkle Seiten. Und in jedem die Liebesspur Gottes, die wir gemeinsam entdecken wollen.
Sich etwas vorzumachen - das wird im Alltag schon reichlich praktiziert. Wir werden hier darauf verzichten - so weit wie wir den Mut dazu aufbringen.
Die Bereitschaft zur Offenheit hat jedoch Voraussetzungen, ohne die es nicht möglich und auch nicht ratsam ist, an einer solchen Fortbildung oder Beratung teilzunehmen. Hier ist vor allem an Wertschätzung und einen geschützten Rahmen zu denken.
- In großer Freiheit
Es wird vermittelt und praktiziert, dass die Bedürfnisse des Ratsuchenden den Prozess bestimmen. Es gehört nicht irgendein methodisches Vorgehen zwangsläufig zu einer systemischen Beratung oder Seelsorge. Das gilt selbstverständlich auch für geistliche Elemente.
- Wertschätzend, ja wertungsfrei
Bei ISBUS wird eine Atmosphäre angestrebt, die uns in unserer Leistungsgesellschaft seit unseren früheren Kindertagen zum größten Teil verloren gegangen ist: wertungsfrei miteinander umzugehen.
Niemand wird in der Umsetzung der Möglichkeiten beurteilt. Es gibt kein besser oder schlechter und kein richtig oder falsch, sondern jede/r tut es so, wie es ihm / ihr entspricht und möglich ist. Auf diesem Fundament ist Wertschätzung etwas ganz selbstverständliches.
- Großer Respekt vor dem Geheimnis des anderen
Hier geht es um eine Facette der gegenseitigen Wertschätzung die besonders wichtig ist und in einzelnen Kursen immer wieder thematisiert wird: Jeder Mensch ist ein unergründliches Geheimnis und hat seine ganz persönlichen Seiten, die niemand anderes etwas angehen. Wenn uns jemand in der Seelsorge einen Auftrag erteilt, mit ihm zusammen auf eines seiner ganz persönlichen Themen zu schauen, dann gibt er uns damit eine Sondererlaubnis. Doch diese Genehmigung ist auf das Thema und auf die Zeit begrenzt, die wir miteinander arbeiten. Deswegen ist es bei Beendigung der Beratung dann wieder loszulassen, um es ganz der betreffenden Person zu überlassen. Es ist unangemessen weiter darüber nachzugrübeln und besonders unzulässig darüber zu sprechen.
- Lösungsorientiert und absichtslos
Bei jeder Arbeit an einem Fallbeispiel suchen wir zuerst nach einem klaren Auftrag. So wird der Rahmen abgesteckt für die Berechtigung, uns in eine Beziehungsdynamik hineinzufühlen, die uns ja eigentlich nichts angeht.
Wer in die Gruppe ein Anliegen einbringt, bekommt eine Lösung angeboten. Ob er oder sie diese Möglichkeit auch tatsächlich ergreift, ist ihm / ihr völlig überlassen. Es ist kein Drängen statthaft. Wir müssen niemals einen anderen irgendwo hinbringen, um erfolgreich zu sein. Nur wer so absichtslos ist, kann sich sicher sein, nicht zu manipulieren.
- Intensiv und aufgelockert
Entspannungssequenzen sorgen dafür, dass die recht intensiven Seminarzeiten nicht zu viel Kraft kosten. Da auch Schweres nur mit einer Portion Leichtigkeit zu bewältigen ist, kommt der Humor nicht zu kurz. Neben Zeiten, in denen wir so intensiv arbeiten, dass auch Tränen fließen können, wird es welche geben, in denen wir viel lachen.
- Erwartungsvoll und bescheiden
Wir haben zu Recht große Erwartungen wie viel Erleichterung uns jeder einzelne Kurs für unsere Beziehungen in allen Dimensionen gibt. Andererseits ist es für das Ausschöpfen der Möglichkeiten immer wieder nötig, unsere Grenzen abzuschreiten. Beachten Sie, welche Lernschritte für Sie jetzt dran sind.
- Etwas ganz für sich nehmen
Man kann einen anderen Menschen nicht weiter führen, als man selbst gegangen ist. Wenn wir verschiedene methodische Schritte ausprobieren, sollten wir sie erst mal ganz für uns selbst nutzen. Nur wenn wir selbst mit einer Vorgehensweise ein Stück persönliche Erfahrung verbinden, werden wir die Sicherheit gewinnen, von der dann auch andere profitieren werden.
Manchmal denken wir vielleicht zu schnell an die anderen - und wie wir sie von dieser Erkenntnis und Vorgehensweise in unserer Arbeit profitieren lassen, weil wir an einen bestimmten heißen Punkt bei uns selbst nicht heranwollen. Solch ein Ausweichmanöver ist nicht verboten. Wir sollten es bloß nicht als eine gottgewollte Selbstlosigkeit ansehen.